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Ein Aktionsplan gegen Einsamkeit und über die Kunst, Kontakte zu knüpfen

Buchcover„Einsamkeit“Jeder kennt das Gefühl, nicht mit sich selbst und anderen in Kontakt zu sein. Vielleicht, weil man eine wichtige Person, den Arbeitsplatz oder das gewohnte Umfeld verloren hat. Weil man in der Partnerschaft frustriert ist oder trotz vieler Freunde unter Isolation leidet. Manchmal ist es auch ein innerer Schmerz ohne äußeren Anlass.
Einsamkeit hat viele Gesichter. Wie sie aussehen und welche Wege aus der Einsamkeit herausführen, zeigt dieses Buch: Einsam – Vom mutigen Umgang mit einem schmerzhaften Gefühl von Eva Wlodarek, erschienen 2015 bei Kösel.

Eva Wlodarek – Einsam
Anregende Hinweise und Trainingselemente für den Umgang mit der Einsamkeit

Eine Rezension von Micheal Lehmann-Pape (2015)

In einer Zeit hoher Mobilität und auseinanderdriftender sozialer Beziehungen ist, trotz aller Events, Freizeitgestaltungsmöglichkeiten und des social webs weder das Alleinsein wirklich dauerhaft zu vermeiden noch die dahinter liegenden Phasen und Gefühle tatsächlicher Einsamkeit.

Sei es bei Neuanfängen, beruflichen Wechseln, privaten Umbruchsituationen, Schicksalsschlägen, Trennungen, „mit sich alleine sein zu können“ (zu müssen) und sich dabei auch (möglichst erfolgreich) nicht in das Loch der Einsamkeitsgefühle dauerhaft ziehen zu lassen ist daher eine wichtige Fähigkeit des modernen Lebens.

Allein schon der Blick auf die Zahlen von erwachsenen Singlehaushalten (in jeder Alterstrufe) und die rege Teilnahme an Dating- und Partnerschaftsportalen der letzten Jahre zeigt dabei auf, wie belastend Einsamkeit für das „soziale Tier“ Mensch grundlegend ist, wie man daran verzweifeln und darin versinken kann.

So ist es zunächst bereits an sich zu begrüßen, dass Eva Wlodarek diesen Zustand und dieses Gefühl zum Thema macht. Ein Thema, dass Betroffene selbst in der jeweiligen Phase sicher nicht allzu offen und allzu gerne vor sich hertragen, gilt doch Einsamkeit in vielen Kreisen als „No Go“, als Zeichen des Misserfolgs und der mangelnden Attraktivität.

Aber es stimmt, was Wlodarek formuliert: „Wer sich einsam fühlt, befindet sich in bester Gesellschaft“. In sämtlichen sozialen Milieus und Altersstufen fühlen Menschen sich Einsam. Phasen der Einsamkeit gehören zum Menschsein dazu, aber dennoch gilt natürlich, dass dieses Wissen alleine nicht viel nutzt, Einsamkeit je individuell erlebt und zumeist als Belastung und Bürde empfunden wird.

Und dennoch ist dieses Gefühl, wenn es kommt, ein nicht zu unterschätzender Katalysator, wie Wlodarek überzeugend ausführt. Denn erst in einem solchen Zustand des Unbehagens und des auf sich geworfen seins entfalten sich häufig Motivationen und Kräfte, auch gegen ansonsten zu hoch wirkende Widerstände tätig zu werden, die Einsamkeit aktiv zu überwinden.

„Wer sich darauf einlässt, den erwartet zumindest ein geistiges Abenteuer“.

So gelingt es Wlodarak im Fortschreiten der Lektüre tatsächlich, negativ besetzte Emotionen und Umstände in positive Möglichkeiten umzudeuten und damit dem Leser auch ein Gefühl der Energie zu vermitteln. Energie, die aus der Einsamkeit zufließt, in der Einsamkeit reift und aus der Einsamkeit führen kann.

In ruhigen, langsamen Schritten und dabei in immer verständlicher Sprache geht Wlodarek im Folgenden „den Einsamkeiten“ auf den Grund, zeigt Ursachen in der frühen Biographie aus, zeigt die Paradoxien der Einsamkeit („Einsamkeit ohne Partnerschaft“, aber auch Einsamkeit in der Partnerschaft“) und vermittelt damit die Einsicht darin, dass Einsamkeit zunächst eine Frage der inneren Haltung darstellt (und nicht der äußeren „Geschäftigkeit“ oder „Belebtheit“).

Die bedeutendste Fähigkeit zur Überwindung der Einsamkeit ist, natürlich, die „Kunst, Kontakte zu knüpfen“ (und der Wille, dies zu lernen oder besser zu lernen).

Vielfach sind hier die Anregungen, die im Buch zu finden sind, wie überhaupt alle Inhalte nahe an der Praxis und in Form von Selbsteinschätzungen und Selbsttrainings aufbereitet liegen. Bis hin zum „Smarten“ Weg aus der Einsamkeit.

Sicher nicht jede Einsamkeit lässt sich durch ein solches Selbsttraining bewältigen, dennoch aber bietet das Buch einen breiten Einblick in dieses Gefühl und diesen Zustand und bietet ebenso umgehend umsetzbare Instrumente, für sich selbst erste Schritte zu gehen.

Eine empfehlenswerte Lektüre, die das Durchqueren des „Tals der Tränen“ nicht zur Seite schiebt, sondern als wichtige Voraussetzung für eine Änderung der eigenen Person setzt. Ein Tal, in dem gilt: „Mutig vorangehen“.

Mit freundlicher Erlaubnis des Autors Michael-Lehmann-Pape (www.rezensions-seite.de)

 

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Literaturempfehlungen

Für Gruppen von Ehrenamtlichen, die sich um einsame und isolierte Menschen kümmern und Lesestoff wünschen, hat das Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit im Erzbistum Paderborn (IRuM) eine Medienkiste zusammengestellt. Die Kiste mit etwa 30 Büchern und Filmen kann von der Gruppe für drei Monate ausgeliehen werden. In der Kiste finden sich neben Fach- und Sachbüchern zum Thema auch Kinderbücher, Kindersach- und Bilderbücher, Romane und Biographien. Weitere Informationen erhalten Sie von Werner Stock.

Einige Bücher sind hier vorgestellt.

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