Im Jugendtreff Haus der offenen Tür (HoT) in Borchen herrscht nach dem Quizabend gute Stimmung. Mit Zetteln, Stiften und Snacks ausgestattet, haben acht Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren Fragen rund um Filme, Geografie, Natur, Musik, Geschichte und mehr beantwortet.
Das einhellige Feedback: Davon darf es gerne mehr geben. Die Ideen reichen vom Spieleabend über ein Kochduell bis zum Filmbingo.
Organisiert wurde der Abend von Aileen Kaiser (ehrenamtlich) und den HoT-Betreuern Till Bäcker und Michael Gievers in Kooperation mit Lara Marita Köhncke, Malteser Projektkoordinatorin des Modellprojektes „Mitmachen verbindet“. Im Rahmen dieses Modellprojekts entstand die Kooperation des HoT und der Malteser im Erzbistum Paderborn.
Der erste Abend zeigt: Das Konzept funktioniert. Junge Menschen finden Anschluss und Gemeinschaft und haben Spaß dabei.

„Mitmachen verbindet“ – gemeinsam gegen Einsamkeit
Das Modellprojekt „Mitmachen verbindet“ wird von den Maltesern bundesweit durchgeführt und für ein Jahr vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Das Ziel: Einsamkeit bei jungen Menschen entgegenwirken.
Denn die aktuellen Daten der Umfrage des Deutschen Jugendinstituts „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“ – kurz DJI-Survey AID:A – zeigen, dass Einsamkeit bei jungen Menschen ungleich verteilt ist.

Clementine Perlitt, Vizepräsidentin des Malteser Hilfsdienstes, formuliert das Ziel von „Mitmachen verbindet“ vor diesem Hintergrund so:
„Wir wollen Kindern und Jugendlichen echte, zwischenmenschliche Gemeinschaft ermöglichen, Momente, in denen sie sich gehört und zugehörig fühlen. Viele junge Menschen verbringen heute viel Zeit im Digitalen. Doch das ist nur ein Aspekt von Einsamkeit und Isolierungsgefahr.
Sie entsteht auch dort, wo finanzielle Engpässe Teilhabe erschweren, wo Sprachbarrieren bestehen oder wo aus anderen Gründen keinen Anschluss finden. Gerade diesen jungen Menschen möchten wir mit dem Projekt ‚Mitmachen verbindet‘ eine Brücke bauen.
Sie sollen unkompliziert Kontakte knüpfen, Gemeinschaft erleben und Stärkung erfahren. Wir wollen Einsamkeit lindern oder am besten schon verhindern.“
Mit Gemeinschaft und Ausdauer gegen Einsamkeit
Der Quizabend in Borchen ist für die Malteser und den Jugendtreff Haus der offenen Tür nur der Anfang. Ihm soll eine ganze Reihe weitere Aktionen und Angebote mit und für junge Menschen folgen.
Dieser langfristige Blick und die Ausdauer, die sowohl die Engagierten der Malteser als auch ihre Kooperationspartner*innen zeigen, sind bei der Arbeit – und am besten der Prävention – von Einsamkeit entscheidend. Denn Einsamkeit hat in den meisten Fällen zahlreiche Facetten und Ursachen, viele davon sind struktureller und systemischer Natur.
Solche Hürden, Hindernisse und Ursachen können nicht in wenigen Wochen aufgelöst werden. Und das Vertrauen, das nötig ist, um jungen Menschen dauerhaft zu erreichen und wirklich in Gemeinschaften einzubinden, entsteht auch nicht in wenigen Tagen. Es braucht Zeit, um zu wachsen.
Angesichts dieser Herausforderungen sind das bundesweite Modellprojekt „Mitmachen verbindet“ und die Projekte der Malteser wichtige erste Schritte. Doch um Einsamkeit dauerhaft entgegenzuwirken, braucht diese Arbeit eine dauerhafte Grundlage – über das Projektjahr hinaus.

Schreibe einen Kommentar