Nähe Marke Handarbeit

In Salzkotten und Porta Westfalica bringen Handarbeitstreffs Menschen zusammen

„Scheiter heiter. Das war unser Motto“, erzählt Barbara Lafferthon von der Caritas-Konferenz in Porta Westfalica. „Wir wollten etwas Neues ausprobieren. Und falls es schiefgeht, haben wir es wenigstens versucht und wissen dann, dass es nicht funktioniert.“

Mit dieser mutigen Einstellung hat sie gemeinsam mit Theresia Mertens-Kütemeier und Anna Gawronski die Nah(t)bar ins Leben gerufen. Zusammen mit einigen Frauen aus der Gemeinde machten sie Werbung für das neue Angebot – mit Erfolg: Vier neue Engagierte, die bislang weder mit den Caritas-Konferenzen noch mit der Kirche Berührungspunkte hatten, kamen hinzu.

„Unser Ziel ist es einerseits, aus dem Nachhaltigkeitsgedanken heraus Textilien zu reparieren und kleine Änderungen vorzunehmen“, erklärt Mitgründerin Theresia Mertens-Kütemeier, „und andererseits die Gemeinschaft zu fördern.“ Deshalb dekoriert das Team jeden ersten Dienstag im Monat das Gemeindezentrum liebevoll, bringt selbstgebackenen Kuchen mit und bereitet alles für einen angenehmen Nachmittag vor.

Die kleine Gruppe, die sich dort trifft, ist jedes Mal anders zusammengesetzt. Entsprechend gibt es immer wieder neue Erfolgserlebnisse: ein 6-Jähriger näht ein Körnerkissen für seine Oma, eine Frau schafft es endlich, ihr Lieblingsstück zu reparieren und wieder jemand anderes lernt die etwas kompliziertere, aber sehr effektive Overlook-Nähmaschine zu bedienen. Auch bringt jemand eine neue Häkelarbeit mit, frisch aus dem Internet, und motiviert andere, auch das nachzuarbeiten. Die meisten bleiben dann gerne noch für einen kleinen Plausch und die Gemeinschaft. Das Scheitern lässt bisher auf sich warten – die Heiterkeit ist seit dem ersten Treffen deutlich spürbar.

Mit einem ähnlichen Gedanken, allerdings schon seit 15 Jahren, trifft sich die Gruppe „Wärme schenken“ in Salzkotten. Mittlerweile engagieren sich dort 29 Ehrenamtliche der Caritas-Konferenzen. „Wir wollten etwas für Menschen in Not tun“, erzählt Marieta Meyer. „Gerade im Winter brauchen obdachlose Menschen oder Geflüchtete oft warme Kleidung und Wolldecken.“

In Zusammenarbeit mit anderen Akteuren wie der Bahnhofsmission, youngcaritas, dem Diözesan-Caritasverband und den Maltesern haben die Ehrenamtlichen bereits mehrere hundert Kilogramm Mützen, Schals, Socken, Decken und andere Handarbeiten für Menschen jeden Alters gestrickt und gespendet.

„An einer Decke arbeitet man schon rund 14 Tage“, berichtet die zweite ehrenamtliche Leiterin Claudia Scherf. „Aber es macht auch Spaß. Und das eigentlich Schöne ist die Gemeinschaft. Wir sind richtig gut zusammengewachsen, haben über unsere WhatsApp-Gruppe regelmäßig Kontakt und freuen uns, wenn wir uns jeden Monat wiedersehen.“ Viele engagieren sich auch an anderen Veranstaltungen der Caritas Konferenz St Johannes. Es entstehen auch über die Gruppe hinaus neue Kontakte.

So gelingt es beiden Gruppen, Handarbeits-Geschick und menschliche Wärme auf wunderbare Weise miteinander zu verbinden.


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